A-SMGCS | Runway Crossing Assistance System

Aktive Start- und Landebahnen stellen die sicherheitskritischsten Zonen eines Flughafens dar. Die Bewegungsgeschwindigkeiten der Flugzeuge sind dort erheblich höher als auf Rollbahnen und die Brems- und Haltewege die benötigt werden um aus höheren Geschwindigkeiten zum Stillstand zu kommen, sind mit dem Straßenverkehr nicht zu vergleichen.

Daher ist es grundsätzlich so, dass internationale Regularien das Überqueren (Kreuzen) von aktiven Start- und Landebahnen als Prozess kennzeichnen, den es durch bauliche und verfahrensseitige Maßnahmen zu vermeiden gilt. Insbesondere auf großen und historisch gewachsenen Flughäfen ist dies jedoch nicht immer möglich oder kommerziell sinnvoll, da durch das alternative Umfahren einer Bahn Zeitverluste und höhere Treibstoffkosten auf Seiten der Fluggesellschaft entstehen können.

In Konsequenz sind Überquerungen von Start- und Landebahnen durch rollende Flugzeuge auf nicht wenigen Flughäfen heute, entgegen der Empfehlung in den Regularien, Standardprozesse.

MagSense Airport stellt die Basis für ein Runway Crossing Assistance System dar, welches das Kreuzen von aktiven Start- und Landebahnen unterstützt und das Verfahren noch sicherer macht. Grundsätzlich kann der Verfahrensablauf bei Einsatz des Runway Crossing Assistance Systems wie folgt sein: Nähert sich ein Flugzeug einem Kreuzungspunkt und führt die Route des Flugzeugs über die Start- und Landebahn, so wird die Crew eine lokal festzulegende Distanz vor Erreichen des Haltepunkts per automatischer VoiceLink-Sprachnachricht auf die bevorstehende Überquerung hingewiesen. Die Phraseologie und Stimmfarbe kann hierfür nach Kundenwunsch angepasst werden. Die Information führt dazu, dass sich die Crew mental auf die Bahnkreuzung einstellt.

Am Haltepunkt schützt MagSense Airport mit einer Funktion des Airport Safety Support Service des A-SMGCS vor unerlaubtem Überrollen. Hierbei kann nach Kundenwunsch einer Erfassung des Flugzeugs durch die Fahrwerke geschehen, oder es können alle geometriedefinierenden Punkte erfasst werden, wodurch eine Erkennung des Flugzeugtyps per KI-Klassifikator und eine Rekonstruktion der Lage des kompletten Flugzeugs im Raum in Echtzeit ermöglicht wird. Hierdurch kann auch eine Warnung erzeugt werden, wenn beispielsweise eine Flügelspitze in den Schutzraum der Bahn hineinragt. Die Führung des Flugzeugs über die Bahn erfolgt dann gemäß lokaler Verfahren, zum Beispiel durch Follow-the-Greens. Hierbei würde nach Lotseneingabe am Lotsenarbeitsplatz der Haltebalken an der Start- und Landebahn deaktiviert und grüne Mittelllinienfeuer würden das Flugzeug über die Bahn führen. Je nach lokaler Umsetzung kann dieser Prozess noch durch eine automatische Sprachnachricht, oder ein Sprechfunkinstruktion des Lotsen begleitet werden. Wenn das Flugzeug die Start- und Landebahn überquert hat, können MagSense Airport erkennen, dass die Bahn wieder frei ist und kein Bauteil des Flugzeugs mehr in die Schutzzone hineinragt.

Sollte es bei einem Kreuzungsverfahren zu einer Verletzung der Schutzzone kommen, so kann neben der Auslösung einer Warnung für den Lotsen im Kontrollturm über den A-SMGCS Systemverbund auch eine Kopplung von MagSense Airport mit verschiedenen Warneinrichtungen im Feld realisiert werden. Hierbei sind verschiedenste visuelle und auditive Warnung möglich, beispielsweise über Blitzbefeuerungsmodule und den angesprochenen VoiceLink.

MagSense Airport kann in Form eines Runway Crossing Assistance System Bahnkreuzungen effizient und flexibel konfigurierbar unterstützen und damit für alle Beteiligten sicherer machen.